Steuer und Sozialleistungen

Solidaritätszuschlag

Der Solidaritätszuschlag (SolZ) wird erhoben, wenn die Einkommenssteuer nach der Grundtabelle 972 €, nach der Splittingtabelle 1.944 € bzw. die Monats-Lohnsteuer in den Steuerklassen III 162 €, in den anderen Steuerklassen 81 € übersteigt.

 

Der SolZ beträgt 5,5% der Lohn-/Einkommenssteuer, höchstens 20% der Differenz zwischen der Einkommen- bzw. Lohnsteuer und der Freigrenze.

Freibeträge für Kinder (§32 Abs. 6 EStG)

Der Kinderfreibetrag 2018 von 3.714 € (Ehegatten 7.428 €) wird bei der Lohnsteuerberechnung nicht berücksichtigt.

 

Bei der Einkommenssteuerveranlagung ist der Kinderfreibetrag anzusetzen, wenn die steuerliche Entlastung durch den Freibetrag höher ist als das Kindergeld.

 

Für die Berechnung des Solidaritätszuschlags und der Kirchensteuer wird der Kinderfreibetrag grundsätzlich berücksichtigt.

 

Für ein Kind zwischen 18 und 25 Jahren wird das Kindergeld bzw. der Kinderfreibetrag nur gewährt, wenn das Kind nach Abschluss einer Berufsausbildung oder eines Erststudiums keiner mehr als geringfügigen Erwerbstätigkeit nachgeht.

Kindergeld

Das Kindergeld wurde zum 1.1.2018 um 2 € pro Kind angehoben.

 

Es beträgt monatlich für das erste und zweite Kind jeweils 194 €.

 

Für das dritte Kind 200 €.

 

Für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 225 €.

Betreuungsgeld

2013 wurde das Betreuungsgeld für Eltern eingeführt, die ihre Kinder von 1-3 Jahren nicht in öffentlich geförderten Tageseinrichtungen betreuen lassen.

 

Es betrug monatlich 150 €.

 

Das Bundesverfassungsgericht stoppte 2015 das Betreuungsgeldgesetz, weil es in den Kompetenzbereich der Länder und nicht in den des Bundes fiel.

 

Daraufhin zahlten die Länder das Betreuungsgeld nur an Eltern, die einen Betreuungsgeld-Antrag vor diesem Urteil stellten.

 

Ausnahmen gelten in Bayern und Sachsen.

 

In Bayern wird das Betreuungsgeld weiterhin gezahlt.

 

In Sachsen gibt es das einkommensabhängige Landeserziehungsgeld.

 

Eltern erhalten hier für Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr 150 € für das erste, 200 € für das zweite und 300 € für das dritte Kind.

 

Für Alleinstehende gelten Einkommensgrenzen bei 14.100 €, für Paare bei 17.100 €.

Elterngeld

Ein Elternteil kann höchstens für 12 Monate Elterngeld beziehen.

 

Zwei weitere Monate wird es gewährt, wenn der andere Elternteil seine Erwerbstätigkeit zugunsten der Kinderbetreuung einschränkt.

 

Mit dem Elterngeld werden Familien bis zur Vollendung des 14. Lebensmonats ihres Kindes unterstützt.

 

Das Elterngeld ersetzt 67% des durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommens aus der Erwerbstätigkeit in den zwölf Kalendermonaten vor der Geburt des Kindes.

 

Liegt das Nettoeinkommen über 1.200 € im Monat, beträgt das Elterngeld 65%.

 

Begrenzt ist das Elterngeld auf 1.800 €.

Elterngeld-Plus

Jeder Partner, der nach der Geburt des Kindes in Teilzeit arbeitet, kann statt eines Elterngeldmonats zwei Elterngeld Plus-Monate in Anspruch nehmen.

 

Bis zu 14 Monate können Mütter und Väter das Elterngeld gleichzeitig beziehen und dabei jeder bis zu 30 Wochenstunden arbeiten.

 

Alleinerziehende können das wie Paare nutzen und bis zu 28 Monate in Anspruch nehmen.

Steuerklassenwahl für Ehepaare (beides Arbeitnehmer)

Ehegatten oder Lebenspartner, die beide Arbeitslohn beziehen und nicht dauernd getrennt leben, können für den Lohnsteuerabzug wählen, ob sie beide in die Steuerklasse IV eingeordnet werden wollen oder ob einer von ihnen (der Höherverdienende) nach Steuerklasse III und der andere nach Steuerklasse V besteuert werden will.

 

Zudem besteht die Möglichkeit, die Steuerklassenkombination IV+IV mit Faktor zu wählen.

 

Die Steuerklassenkombination III+V und IV+IV führen selten zu der genauen Besteuerung.

 

Entweder zahlen die Ehegatten zu viel Steuern, die sie bei der Veranlagung zurückerhalten oder sie müssen Steuern nachzahlen.

 

Mit dem Faktorverfahren wird der Lohnsteuerabzug der voraussichtlichen Jahressteuerschuld sehr genau angenähert.

 

Wenn die Ehegatten die Steuerklassenkombination IV+IV mit Faktor wählen, ist die Lohnsteuer gerechter verteilt als bei der Steuerklassenwahl III+V.

 

Die Lohnsteuerverteilung im Faktorverfahren entspricht der Steuerlast entsprechend der Arbeitsentgeltverhältnisse im Innenverhältnis der Ehegatten.

 

Wer das Faktorverfahren anwenden will, beantragt die Eintragung des Faktors bei seinem zuständigen Finanzamt.

 

Der Faktor wird durch das zuständige Finanzamt ermittelt und eingetragen.

 

Wie bei der Wahl der Steuerklassenkombination III+V sind die Ehegatten auch bei der Wahl des Faktorverfahrens verpflichtet, eine Einkommenssteuererklärung beim Finanzamt einzureichen.

 

Die Frist der Abgabe der Steuererklärung wurde für die Steuerjahre ab 2018 um zwei Monate verlängert.

 

Für das Steuerjahr 2018 endet der Abgabetermin am 31.7.2019, mit Einschaltung des Steuerberaters am 29.2.2020.

Werbungskosten mindern die Steuerschuld

Aufwendungen, die ein Steuerpflichtiger zur Erzielung und Erhaltung der Einnahmen hat, sind Werbungskosten.

 

Sie können bei Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit, Einkünften aus Vermietung und Verpachtung und sonstigen Einkünften anfallen.

 

Nach §9 des Einkommenssteuergesetzes sind Werbungskosten:

  • Schuldzinsen und auf besonderen Verpflichtungen beruhende Renten und dauernde Lasten, soweit sie mit einer Einkunftsart in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen.
  • Steuern vom Grundbesitz, sonstige öffentliche Abgaben und Versicherungsbeiträge, soweit solche Ausgaben sich auf Gebäude beziehen, die dem Steuerpflichtigen zur Einnahmeerzielung dienen.
  • Beiträge zu Berufsständen und sonstigen Berufsverbänden.
  • Aufwendungen des Arbeitnehmers für den Weg zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte.
  • Notwendige Mehraufwendungen, die einem Arbeitnehmer wegen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung entstehen. Eine doppelte Haushaltsführung liegt nun vor, wenn der Arbeitnehmer außerhalb des Ortes seiner ersten Tätigkeitsstätte einen eigenen Haussstand unterhält und auch am Ort der ersten Tätigkeitsstätte wohnt.  
  • Notwendige Mehraufwendungen eines Arbeitnehmers für beruflich veranlasste Übernachtungen an einer Tätigkeitsstätte, die nicht erste Tätigkeitsstätte ist.
  • Aufwendungen für Arbeitsmittel, z.B. für Werkzeuge und typische Berufskleidung.
  • Absetzung für Abnutzung und für Substanzverringerung und erhöhte Absetzungen. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten beweglicher Wirtschaftsgüter können ab 1.1.2018 bis zu 800 € sofort als Werbungskosten abgesetzt werden.
  • Zur Abgeltung der einem Arbeitnehmer bei einer auswärtigen beruflichen Tätigkeit tatsächlich entstandenen, beruflich veranlassten Mehraufwendungen ist eine Verpflegungspauschale anzusetzen. Diese beträgt 24 € für jeden Kalendertag, an dem der Arbeitnehmer 24 Stunden von seiner Wohnung und ersten Tätigkeitsstätte abwesend ist. Zuzüglich jeweils 12 € für den An- und Abreisetag. Ebenso 12 € für den Kalendertag, an dem der Arbeitnehmer ohne Übernachtung außerhalb seiner Wohnung mehr als 8 Stunden von seiner Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte abwesend ist.
  • Aufwendungen des Steuerpflichtigen für seine Berufsausbildung oder für sein Studium sind nur dann Werbungskosten, wenn der Steuerpflichtige zuvor bereits eine Erstausbildung (Berufsausbildung oder Studium) abgeschlossen hat oder wenn die Berufsausbildung oder das Studium im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfindet.

Pauschbeträge für Werbungskosten (§9 a EStG)

Wenn nicht höhere Werbungskosten nachgewiesen werden, sind folgende Pauschbeträge bei der Ermittlung der Einkünfte abzuziehen:

  • Von den Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit gilt ein Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 €.
  • Von Ruhegehältern, Renten aus GRV und den Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen, Pensionsfonds und Direktversicherungen gilt ein Pauschbetrag von 102 €.

Pendlerpauschale

Nach §9 EStG sind Aufwendungen des Arbeitnehmers für die Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte und für Familienheimfahrten Werbungskosten.

 

Zur Abgeltung erhöhter Aufwendungen für die Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte ist ab dem ersten Entfernungskilometer für jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die Arbeitsstätte aufsucht, für jeden vollen Kilometer der Entfernung eine Entfernungspauschale von 0,30 € wie Werbungskosten anzusetzen, höchstens jedoch 4.500 € im Kalenderjahr.

 

Ein höherer Betrag als 4.500 € ist bei Nutzung eines eigenen oder überlassenen Kraftwagens anzusetzen.

 

Für die Bestimmung der Entfernung ist die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte maßgebend.

 

Eine andere als die kürzeste Straßenverbindung kann zugrunde gelegt werden, wenn diese offensichtlich verkehrsgünstiger ist und vom Arbeitnehmer regelmäßig für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte benutzt wird.

 

Aufwendungen für die Wege vom Beschäftigungsort zum Ort des eigenen Hausstands und zurück (Familienheimfahrten) können jeweils nur für eine Familienheimfahrt wöchentlich wie Werbungskosten abgezogen werden.

 

Zur Abgeltung der Aufwendungen für eine Familienheimfahrt ist eine Entfernungspauschale von 0,30 € für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen dem Ort des eigenen Hausstands und dem Beschäftigungsort anzusetzen.

 

Durch die Entfernungspauschalen sind sämtliche Aufwendungen abgegolten.

 

Wie viel ein Arbeitnehmer durch Fahrtkosten an Steuern spart, ergibt sich aus den gefahrenen Kilometern von der Wohnung bis zur Arbeitsstätte, der Anzahl der Arbeitstage im Kalenderjahr und des festgelegten Pauschbetrages von 0,30 € pro Kilometer.

 

Der sich daraus ergebene Werbungskostenbetrag führt zu einer Steuerrückerstattung, wenn dieser Betrag den Werbungskostenpauschbetrag von 1.000 € im Jahr übersteigt.

Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse/Dienstleistungen und Handwerkerleistungen

Ein Steuerpflichtiger mindert seine Einkommenssteuer nach §35 a EStG auf Antrag um 20%, höchstens um 510 € der Aufwendungen für eine haushaltsnahe geringfügige Beschäftigung. Haushaltsnahe Beschäftigungen oder Pflege- und Betreuungsleistungen, die nicht als geringfügige Tätigkeiten ausgeübt werden, mindern die Einkommenssteuer des Steuerpflichtigen um 20% der Aufwendungen, höchstens um 4.000 €.

 

Für Handwerkerleistungen im Haushalt des Steuerpflichtigen ermäßigt sich die Einkommenssteuer des Steuerpflichtigen um 20%, höchstens um

1.200 € der Arbeitskosten für Renovierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen, wenn die Zahlung der Rechnung auf das Konto des Handwerkers erfolgt.

Steuerrückerstattung für Alleinstehende für die Fahrt zur Arbeitsstätte

(wenn keine anderen Werbungskosten geltend gemacht werden) (Angabe von Jahresbruttogehalt)

km pro Tag km-Pauschale 30.000 € 40.000 € 50.000 € 60.000 € 70.000 € 80.000 €
20 km 1.380 113 € 129 € 143 € 158 € 169 € 168 €
30 km 2.070 318 € 360 € 401 € 446 € 474 € 474 €
40 km 2.760 520 € 589 € 657 € 731 € 780 € 780
50 km 3.450 721 € 817 € 912 € 1.014 € 1.086 € 1.086 €
60 km 4.140 918 € 1.041 € 1.163 € 1.294 € 1.392 € 1.390 €
70 km 4.830 1.114 € 1.264 € 1.413 € 1.573 € 1.698 € 1.696 €
80 km 5.520 1.307 € 1.483 € 1.660 € 1.849 € 2.002 € 2.002 €

Steuerrückerstattung für Verheiratete (Alleinverdiener) für die Fahrt zur Arbeitsstätte

(wenn keine anderen Werbungskosten geltend gemacht werden) (Angabe von Jahresbruttogehalt)

km pro Tag km-Pauschale 30.000 € 40.000 € 50.000 € 60.000 € 70.000 € 80.000 €
20 km 1.380 74 € 99 € 108 € 114 € 124 € 133 €
30 km 2.070 208 € 281 € 302 € 323 € 346 € 371 €
40 km 2.760 336 € 479 € 494 € 530 € 570 € 608 €
50 km 3.450 460 € 681 € 686 € 736 € 791 € 844 €
60 km 4.140 580 € 882 € 878 € 941 € 1.011 € 1.080 €
70 km 4.830 694 € 1.081 € 1.066 € 1.146 € 1.230 € 1.315 €
80 km 5.520 804 € 1.268 € 1.255 € 1.348 € 1.447 € 1.547 €

Folgende Sonderausgaben mindern die Steuerbelastung

  • Unterhaltsleistungen
  •  Auf besonderen Verpflichtungsgründen beruhende lebenslange Renten

und wiederkehrende Versorgungsleistungen.

 

Dies gilt eingeschränkt nur für Versorgungsleistungen z.B. im Zusammenhang mit der Übertragung eines Betriebs oder eines Anteils von mindestens 50% an einer GmbH.

  • Leistungen aufgrund eines schuldrechtlichen Versorgungsausgleichs
  • Gezahlte Kirchensteuer
  • Aufwendungen für die eigene Berufsausbildung

bis zu 6.000 € im Kalenderjahr.

 

Zu den Aufwendungen gehören auch Aufwendungen für eine auswärtige Unterbringung.

  •  Schulgeld

30% des Entgelts, höchstens 5.000 €, das der Steuerpflichtige für ein kindergeldberechtigtes Kind für dessen Besuch einer überwiegend privat finanzierten Schule ohne Beherbergungs-, Betreuungs- und Verpflegungskosten entrichtet.

  •  Kinderbetreuungskosten

2/3 der Aufwendungen für Dienstleistungen zur Betreuung eines Kindes können bis zu 4.000 € je Kind als Sonderausgaben abgesetzt werden.

 

Persönliche Anspruchsvoraussetzungen bei den Eltern, wie z.B. Erwerbstätigkeit beider Elternteile, Ausbildung, Krankheit, Behinderung entfallen.

  •  Altersvorsorgeaufwendungen

Beiträge zu den gesetzlichen Rentenversicherungen, landwirtschaftlichen Altersklassen, berufsständischen Versorgungseinrichtungen sowie Beiträge zur Basis-Rente.

  • Vorsorgeaufwendungen zur Kranken- und Pflegeversicherung
  • Beiträge zur Krankenversicherung für einen Basiskrankenversicherungsschutz und der Zusatzbeitrag
  • Beiträge zur gesetzlichen oder privaten Pflegepflichtversicherung

Die Beiträge können in voller Höhe abgesetzt werden und mindern das zu versteuernde Einkommen.

 

Somit gehören zu den steuerlich voll absetzbaren Beiträgen die Aufwendungen zur gesetzlichen Krankenversicherung ohne Beitragsanteil für das Krankengeld, Beiträge zur privaten Krankenversicherung für den Basis-Tarif ohne Zusatzleistungen und Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung (soziale Pflegeversicherung oder private Pflegepflichtversicherung).

 

Als absetzbare Beiträge zählen auch die vom Steuerpflichtigen getragenen Beiträge für seinen Ehegatten, seinen Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz und für jedes Kind, für das er Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag erhält.

 

Privat Krankenversicherte werden von ihrer Krankenversicherung über den absetzbaren Beitragsanteil ihres Krankenversicherungsschutzes informiert, der nach der Krankenversicherungsbeitragsanteil-Ermittlungsverordnung festgestellt wird.

Sonstige Vorsorgeaufwendungen nach § 10 EStG Abs. 1 Nr. 3a

Beiträge

  • zur Krankenversicherung für Zusatzversicherungsleistungen, die nicht voll absetzbar sind
  • zur Arbeitslosenversicherung
  • zu Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen
  • zu Unfall- und Haftpflichtversicherungen
  • zu Risikoversicherungen, die nur eine Leistung für den Todesfall vorsehen
  • zu Rentenversicherungen mit und ohne Kapitalwahlrecht mit Beginn vor dem 1.1.2005
  • zu Kapitallebensversicherungen mit mindestens 12 Jahren Dauer und Beginn vor dem 1.1.2005

Der Grenzbetrag von 1.900 € gilt für Steuerpflichtige, die einen Zuschuss zu ihrem Krankenversicherungsschutz erhalten:

  • Sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer
  • Beitragsfrei mitversicherte Familienangehörige
  • Beamte, Soldaten und Richter und gleichgestellte Personen
  • Künstler, die der Künstlersozialkasse angehören
  • Rentner der gesetzlichen Rentenversicherung

Der Grenzbetrag von 2.800 € gilt für Steuerpflichtige, die keinen Zuschuss zu ihrem Krankenversicherungsschutz erhalten:

  • Selbstständige
  • Ehegatten von beihilfeberechtigten Beamten, die über den Beihilfeanspruch abgesichert sind
  • Geringfügig Beschäftigte

Der Grenzwert für zusammen veranlagte Ehegatten ergibt sich aus der Summe des jedem Ehegatten zustehenden Höchstbetrags.

Zusätzliche Altersvorsorge (Riester-Rente)

Aufwendungen für die zusätzliche Altersvorsorge (Riester-Rente) sind Sonderausgaben nach §10 a EStG, die nicht auf die Höchstbeiträge der Vorsorgeaufwendungen angerechnet werden.

 

Die Eigenbeiträge zuzüglich der zustehenden Zulagen können bis zu 2.100 € zusätzlich 60 € für den mittelbar zulagenberechtigten Ehepartner jährlich als Sonderausgaben abgezogen werden.

Besonderheiten zum Abzug von Vorsorgeaufwendungen

Die Vorsorgeaufwendungen sind in drei unterschiedlich absetzbare Teile gegliedert:

  • Altersvorsorgeaufwand
  • Vorsorgeaufwand für Kranken- und Pflegeversicherung
  • Sonstige Vorsorgeaufwendungen

Steuerbegünstigte Altersvorsorgeaufwendungen

Nach §10 Abs. 1 Nr. 2 EStG sind Altersvorsorgeaufwendungen:

  • Gesamtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (GRV)
  • zur landwirtschaftlichen Altersklasse
  • zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen (z.B. Ärzte- und Apothekerversorgung)
  • zur kapitalgedeckten Altersversorgung mit lebenslanger Rentenzahlung beginnend nicht vor Vollendung des 62. Lebensjahres (Basis-Rente). Die Basis-Rente kann eine ergänzende Absicherung bei Berufsunfähigkeit, bei verminderter Erwerbsfähigkeit oder von Hinterbliebenen (Ehegatten und Kinder) vorsehen
  • zur Absicherung gegen den Eintritt der Berufsunfähigkeit oder der verminderten Erwerbsfähigkeit, wenn der Vertrag nur die Zahlung einer monatlichen, auf das Leben des Steuerpflichtigen bezogenen lebenslangen Leibrente für einen Versicherungsfall vorsieht, der bis zur Vollendung des 67. Lebensjahres eingetreten ist

Die Ansprüche aus dem Altersversorgungsvertrag dürfen nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar sein.

 

Es darf darüber kein Anspruch auf Auszahlungen bestehen.

Von den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen zur GRV und den Beiträgen für eine private Basis-Rente sind steigende Aufwendungen absetzbar.

 

2005 betrug der absetzbare Anteil bei Einführung 60%, der sich jedes Jahr um 2% erhöht.

 

Ab 2025 sind die Altersvorsorgeaufwendungen in voller Höhe als Sonderausgaben absetzbar.

Steuerliche Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen durch Bürgerentlastungsgesetz KV

Seit 2010 sind durch das Bürgerentlastungsgesetzt Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge einkommenssteuerlich deutlich besser abzugsfähig.

 

Dadurch hat sich die steuerliche Behandlung der Beiträge zur Krankenversicherung geändert.

 

Das betrifft auch die Beitragsrückerstattung innerhalb der Privaten Krankenversicherung.

 

Eine ausgezahlte erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung in Form von Bonusleistungen mindern die steuerlich abzugsfähigen Krankenversicherungsbeiträge.

 

Eine Beitragsrückzahlung wird immer in dem Jahr steuerlich relevant in dem Geldfluss erfolgt.

 

Nach dem Bürgerentlastungsgesetz ist der Anteil aus der Krankenversicherung, der im wesentlichen dem Leistungsniveau der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht, steuerlich relevant.

 

Dies gilt auch für die Beitragsrückerstattung.

 

Das Einreichen von Rechnungen lohnt sich, wenn der Erstattungsbetrag höher als die Beitragsrückerstattung minus Steuern ist.

Pauschalen im Lohnsteuerabzug

Vom Bruttoarbeitsentgelt werden abgezogen:

  • Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag in Höhe von 1.000 € im Jahr
  • Der Sonderausgaben-Pauschbetrag in Höhe von 36 € im Jahr
  • Die Vorsorgepauschale. Die Berechnung der Vorsorgepauschale, mit der die abziehbaren Beiträge des Arbeitnehmers zur Sozialversicherung abgegolten sind, gelten seit 2010 auch in der Steuerklasse V

Mit der Vorsorgepauschale werden nur die Aufwendungen des Arbeitnehmers zur gesetzlichen Rentenversicherung und zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung berücksichtigt.

 

Arbeitnehmer, die weitere Sonderausgaben wie Beiträge zur Basis-Rente oder Werbungskosten über den Arbeitnehmer-Pauschbetrag hinaus geltend machen, müssen eine Einkommenssteuererklärung beim Finanzamt einreichen, um eine Steuerrückerstattung zu erhalten.

 

Bei den Krankenversicherungsbeiträgen wird stets vom ermäßigten Beitragssatz der Krankenkasse ausgegangen, dem Beitragssatz ohne Krankengeld.

 

Dieser beträgt unverändert 14,0% anstelle des vollen Beitragssatzes von 14,6%.

 

Zusätzlich wird der Zusatzbeitragssatz der gesetzlichen Krankenkasse (durchschnittlich 1,0%) berücksichtigt.

 

Bei der Pflegeversicherung wird der Beitragssatz des Arbeitnehmers zugrunde gelegt, der seinen persönlichen Verhältnissen entspricht.

 

Für Versicherte mit Kindern ist dies der Beitragssatz von 1,275% bis zur Jahres-Beitragsbemessungsgrenze von 53.100 €.

 

Für kinderlose, ab 23 Jahre alte Versicherte erhöht sich der Satz um 0,25% auf 1,525%.

Mindestvorsorgepauschale für die Kranken- und Pflegeversicherung

Für die Kranken- und Pflegeversicherung ist eine Mindestvorsorgepauschale von 12% des Arbeitslohns anzusetzen, höchstens 3.000 € in der Steuerklasse III und 1.900 € in allen anderen Steuerklassen. 

 

Die Vorsorgepauschale berücksichtigt die unterschiedlichen Beitragsbemessungsgrenzen der gesetzlichen Rentenversicherung in West und Ost, sodass sich für Arbeitnehmer mit einem Jahresarbeitsentgelt oberhalb der BBG unterschiedliche Vorsorgepauschalen in den alten und neuen Bundesländern ergeben.

Berechnung der Vorsorgepauschale

Die beim Lohnsteuerabzug zu berücksichtigende Vorsorgepauschale besteht aus drei Teilen, die zusammen die anzusetzende Vorsorgepauschale ergeben:

  • Teilbetrag der Vorsorgepauschale für die gesetzlichen Rentenversicherungsbeiträge
  • Teilbetrag der Vorsorgepauschale für die Krankenversicherungsbeiträge. Hinzu kommt der individuelle Zusatzbeitragssatz der Krankenkasse (durchschnittlich beträgt dieser 1,0%)
  • Teilbetrag der Vorsorgepauschale für die Pflegeversicherungsbeiträge

Zusätzliche Altersvorsorge

Riester-Rente

Aufwendungen sind Sonderausgaben nach § 10 a EStG, die nicht auf die Höchstbeträge der Vorsorgeaufwendungen angerechnet werden.

 

Die Eigenbeiträge zuzüglich der zustehenden Zulagen können bis zu 2.100 € zusätzlich 60 € für den mittelbar zulagenberechtigten Ehepartner jährlich abgezogen werden.

 

Basis-Rente

Beiträge zur Basis-Rente sind steuerlich absetzbar.

 

Diese Altersvorsorgeaufwendungen können als Sonderausgaben abgezogen werden.

Steuerersparnis bei einem Jahres-Altersvorsorgeaufwand zur Basis-Rente von 3.000 €

(Alleinstehend - Steuerklasse I)

Zu versteuerndes Einkommen Steuerersparnis 2018 Steuerersparnis 2019 Steuerersparnis 2020
40.000 € 948 € 971 € 941 €
50.000 € 1.069 € 1.093 € 1.059 €
60.000 € 1.144 € 1.170 € 1.134 €

Nachdem die Abzugsfähigkeit von Beiträgen für die Basis-Rente durch die Anhebung der Höchstbeiträge nachgebessert wurde, ist der Anreiz größer, sich mit der Förderung des Staates eine zusätzliche private Altersversorgung zu schaffen.

 

Für Selbstständige, die nicht versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung sind, ist es die einzige Art, Steuervorteile für den Aufbau einer lebenslangen Rente zu nutzen.

 

Der Steuervorteil wächst wegen der steigenden Absetzbarkeit des Aufwandes jährlich bis zum Jahr 2025. Je höher das zu versteuernde Einkommen, desto größer ist der Steuervorteil.

Besteuerung von Alterseinkünften

  •  Renten aus GRV, der landwirtschaftlichen Alterskasse und den berufsständischen Versorgungseinrichtungen

Renten aus diesen Quellen unterliegen der Besteuerung bei Rentenbeginn vor 2006 mit 50% der Jahresrente.

 

Der Besteuerungsanteil steigt für jeden späteren Rentenbeginn bis zum Jahr 2020 jährlich um 2%, danach um 1%.

 

Renten, die ab 2040 beginnen, sind voll zu versteuern.

 

Der Besteuerungsanteil der Renten steigt also jährlich an bis ab 2040 alle Renten mit 100% voll zu versteuern sind.

  •  Besteuerung von Basis-Renten

Renten aus privaten Altersvorsorgeprodukten, die nicht kapitalisierbar und deren Ansprüche nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar und nicht veräußerbar sind (sog. Basis-Renten), werden wie Renten aus der Gesetzlichen Rentenversicherung besteuert.

 

Sie dürfen nicht vor Vollendung des 62. Lebensjahres beginnen.

 

Bei Verträgen mit Vertragsabschluss vor 2012 gilt das 60. Lebensjahr.

  •  Besteuerung von Renten aus Renten- und Lebensversicherungen mit Kapitalwahlrecht

Renten aus Renten- und Lebensversicherungen (Todes- und Erlebensfallversicherungen) mit Kapitalwahlrecht werden mit dem Ertragsanteil besteuert.

 

Der Ertragsanteil beträgt beispielsweise bei einem Rentenbeginn mit 65 Jahren 18% der Jahresrente.

  •  Besteuerung von Kapitalleistungen aus Lebensversicherungen und Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht

Wenn der Vertrag bis zum 31.12.2004 und mit einer Mindestlaufzeit von 12 Jahren abgeschlossen wurde, bleiben die Versicherungsleistungen steuerfrei.

 

Wenn der Vertrag nach dem 31.12.2004 abgeschlossen wurde, wird der Unterschied zwischen der Versicherungsleistung und der Summe der auf sie entrichteten Beiträge im Erlebensfall als Erträge aus Kapitalvermögen versteuert.

Rentenbesteuerung

Zu all den Leistungseinschnitten durch die Rentenreformen ist mit dem Alterseinkünftegesetz 2005 die neue Besteuerung der Renten und anderer Alterseinkünfte eingetreten, wodurch mehr Steuern auf Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhoben werden.

 

Rentnern bleibt daher effektiv weniger als bisher von ihrer Rente übrig.

 

Bis 2004 erfolgte die Besteuerung der gesetzlichen Rente nach dem sogenannten Ertragsanteil von lebenslangen Renten nach § 22 des Einkommenssteuergesetzes, der sich für die gesamte Rentendauer nach dem Alter des Rentners zu Beginn der Rente richtete.

 

Bei Rentenbeginn mit 65 Jahren betrug der zu versteuernde Rentenanteil (Ertragsanteil) 27%.

 

Danach bleiben Jahresrenten von rund 39.000 € für Ledige und 78.000 € für Verheiratete steuerfrei, soweit Rentner nicht über anderweitige steuerpflichtige Einkünfte verfügten.

 

Anders sieht es durch die neue Besteuerung der Alterseinkünfte aus.

 

Alle Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, die vor 2006 begonnen haben, unterliegen mit der Hälfte ihres Wertes der Besteuerung.

 

Mit jedem Jahr des späteren Rentenbeginns steigt der Anteil um 2%-Punkte bis auf 80% im Jahr 2020 und danach jährlich um 1%-Punkt.

 

Ab 2040 sind neu beginnende Renten voll zu 100% zu versteuern.

 

Mit jedem Jahr des späteren Rentenbeginns werden Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung stärker mit Steuern belastet.

 

Mit einer privaten oder betrieblichen Altersvorsorge muss demnach zusätzlich mehr vorgesorgt werden als früher.  

Besteuerung lebenslanger Leibrenten

Lebenslange Renten unterliegen mit ihrem Ertragsanteil (Zinsanteil) der Einkommensbesteuerung.

 

Der Ertragsanteil richtet sich nach dem Lebensalter zum Rentenbeginn.

 

Der Ertragsanteil bleibt für die gesamte Dauer der Rentenzahlung aber unverändert (§ 22 Nr. 1 Satz 3 a EStG).

 

Die Ertragsanteilbesteuerung gilt für Renten, die durch den Einsatz von ausschließlich versteuertem Einkommen erworben wurden.

 

Dazu gehören:

  • Renten aus Kapitalversicherungen
  • Renten aus Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht
  • Renten aus Direktversicherungen und Pensionskassen, deren Beiträge pauschal versteuert wurden

Nicht unter die Ertragsanteilbesteuerung fallen Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aus Direktzusagen (Werksrenten), Unterstützungskassen, Riester-Renten und Basis-Renten.  

Alter bei Rentenbeginn Ertragsanteilbesteuerung
 30 44%
35 41%
40 38%
45 34%
50 30%
55 26%
60 22%
61 22%
62 21%
63 20%
64 19%
65 18%
66 18%
67 17%
68 16%
69 15%

Besteuerung von abgekürzten Leibrenten

Renten, die auf eine bestimmte Zeit beschränkt sind, unterliegen mit ihrem Ertragsanteil nach der Einkommenssteuer-Durchführungsverordnung (EStDV) der Besteuerung.

 

Dies gilt für Berufs- und Erwerbsminderungsrenten aus privaten Versicherungsverträgen.

 

Der Ertragsanteil richtet sich nach der vereinbarten Leistungsdauer der Rente. Ausgenommen von der Ertragsanteilbesteuerung sind Erwerbsminderungsrenten aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Diese werden nachgelagert besteuert.

Beschränkung der Laufzeit der Rente auf die entsprechenden Jahre Ertragsanteilbesteuerung
 1 0%
2 1%
3 2%
4 4%
5 5%
6 7%
7 8%
8 9%
9 10%
10 12%
11 13%
12 14%
13 15%
14 16%
15 16%
16 18%
17 18%
18 19%
19 20%
20 21%

Besteuerung von Ruhegehältern und Betriebsrenten

Mit dem Alterseinkünftegesetz wurde die Besteuerung der Beamtenpensionen und Betriebsrenten geändert.

 

Je später der Beamte in den Ruhestand eintritt, desto stärker fällt die Besteuerung aus.

 

Grund dafür ist, dass das Ruhegehalt ab 2040 voll steuerpflichtig ist, während für Beamte, die vor 2040 in den Ruhestand treten, ein Versorgungsfreibetrag das zu versteuernde Ruhegehalt mindert.

 

Dieser Versorgungsfreibetrag beträgt bei Pensionsbeginn im Jahr 2018 für die gesamte Dauer des Versorgungsbezugs 19,2% der Versorgungsbezüge, höchstens 1.440 € im Jahr, der ergänzt wird durch einen Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag von 432 €.

 

Dieser für die gesamte Dauer des Ruhestands steuerfrei bleibende Versorgungsfreibetrag baut sich für später eintretende Pensionäre schrittweise bis zum Jahr 2040 ganz ab und erhöht dadurch die Besteuerung ihrer Erstpension.

 

Das gleiche Regelung tritt auf Betriebsrenten zu.

Jahr des Versorgungsbeginns Versorgungsfreibetrag des Ruhegehalts Höchstbetrag Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag
2018  19,2% 1.440 € 432 €
2019 17,6% 1.320 € 396 €
2020 16,0% 1.200 € 360 €
2021 15,2% 1.140 € 342 €
2022 14,4% 1.080 € 324 €
2023 13,6% 1.020 € 306 €
2024 12,8%   960 € 288 €
2025 12,0%   900 € 270 €
2026 11,2%   840 € 252 €
2027 10,4%   780 € 234 €
2028 9,6%   720 € 216 €
2029 8,8%   660 € 198 €
2030 8,0%   600 € 180 €
2031 7,2%   540 € 162 €
2032 6,4%   480 € 144 €
2033 5,6%   420 € 126 €
2034 4,8%   360 € 108 €
2035 4,0%   300 €   90 €
2036 3,2%   240 €   72 €
2037 2,3%   180 €   54 €
2038 1,6%   120 €   36 €
2039 0,8%     60 €   18 €
2040 0,0%    0 €    0 €

Besteuerung von Erbschaften

Mit der Reform der Erbschaftssteuer zum 1.1.2009 wurde eine neue Bewertung des Vermögens vorgenommen, Verschonungsregelungen für Betriebsvermögen eingeführt, höhere Freibeträge und höhere Steuersätze festgelegt.

 

Aufgrund des Urteils des Bundesverfassungsgerichts wurden die Verschonungsregelungen für Betriebsvermögen neu bestimmt.

 

Grundsätzlich werden nunmehr im Erbfall das Betriebsvermögen und Grundvermögen sowie Anteile an Kapitalgesellschaften einheitlich nach dem Verkehrs- bzw. Marktwert bewertet.

 

Für Grundstücke, die zu Wohnzwecken vermietet werden, ist ein Abschlag in Höhe von 10% auf den Verkehrswert vorgesehen.

 

Der Erbschaftssteuerfreibetrag beträgt für Hausrat einschließlich Wäsche und Kleidungsstücke für Erwerber der Steuerklasse I 41.000 €, ansonsten 12.000 €.

 

Für andere bewegliche Gegenstände für alle Erwerber 12.000 €.

 

Nachlassverbindlichkeiten können abgezogen werden, z.B. Bestattungskosten ohne Nachweis in Höhe von 10.300 €.

Steuerklassen und Freibeträge

Steuerklasse Personenkreis

Freibeträge

(§ 16 ErbStG)

I Ehegatte, eingetragener Lebenspartner 500.000 €
  Kinder, Stiefkinder, Kinder verstorbener Kinder 400.000 €
  andere Enkel 200.000 €
  Urenkel, Eltern und Großeltern 100.000 €
II Eltern und Großeltern (bei Schenkung) 20.000 €
  Geschwister, Nichten, Neffen, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern, geschiedener Ehegatte, Lebenspartner einer aufgehobenen Lebenspartnerschaft 20.000 €
III alle übrigen Erwerber und die Zweckzuwendungen 20.000 €

Besonderer Versorgungsfreibetrag

Besonderer Versorgungsfreibetrag (§17 ErbStG) neben dem Freibetrag nach §16 ErbStG.

Ehegatte/eingetragener Lebenspartner

256.000 €
 Kinder im Alter bis zu 5 Jahren 52.000 €
Kinder im Alter von mehr als 5 bis zu 10 Jahren 41.000 €
Kinder im Alter von mehr als 10 bis zu 15 Jahren 30.700 €
Kinder im Alter von mehr als 15 bis zu 20 Jahren 20.500 €
Kinder im Alter von mehr als 20 bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres 10.300 €

Erbschaftssteuer und Betriebsvermögen

Für die Erben von Unternehmen gibt es insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen Verschonungsregeln, damit im Erbfall Firmen erhalten bleiben.

 

Betriebsvermögen ist weiterhin erbschaftssteuer- und schenkungssteuerbegünstigt.

 

Begünstigtes Betriebsvermögen ist, sofern 26 Millionen Euro nicht übersteigt, zu 85% steuerfrei.

 

Ein begünstigtes Vermögen von insgesamt 150.000 € bleibt außer Ansatz.

 

Nicht zum begünstigten Vermögen zählt unter den im Gesetz zur Anpassung des Erbschaftsteuer- und Schenkungssteuergesetzes in §13b genannten Voraussetzungen das Verwaltungsvermögen wie Anteile an Kapitalgesellschaften von nicht mehr als 25%, Wertpapiere, Kunstgegenstände, Edelmetalle und der nach Abzug von Schulden verbleibende Bestand an Zahlungsmittel, soweit sie 15% des Betriebsvermögens übersteigen.  

 

Voraussetzung für die Verschonung von 85% des begünstigten Vermögens ist, dass der Erwerber den Betrieb mindestens fünf Jahre fortführt und nachweist, dass die Lohnsumme innerhalb von 5 Jahren nach dem Erwerb insgesamt 400% der Ausgangssumme (durchschnittliche Lohnsumme der letzten fünf Jahre vor dem Erwerb) nicht unterschreitet.

 

Bei Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten entfällt die Lohnsummenprüfung.

 

Bei Unternehmen mit 6-10 Beschäftigten gilt statt der Mindestlohnsumme von 400%, eine von 250%.

 

Bei Unternehmen mit 11-15 Beschäftigten gilt eine Mindestlohnsumme von 300%.

 

Der Erwerber kann unwiderruflich erklären, dass der Verschonungsabschlag zu 100% nach folgender Maßgabe gewährt wird.

 

Bei einer vollständigen Steuerbefreiung muss der Erwerber eine Behaltensfrist von 7 Jahren einhalten und nachweisen, dass die Lohnsumme 700% in diesem 7 Jahreszeitraum nicht unterschreitet.

 

Bei einem Verschonungsabschlag von 100% und einer Behaltensfrist von 7 Jahren gilt für Unternehmen mit 6-10 Beschäftigten statt der Mindestlohnsumme von 250%, eine Mindestlohnsumme von 500%.

 

Bei Unternehmen mit 11-15 Beschäftigten gilt statt einer Mindestlohnsumme von 300%, eine Mindestlohnsumme von 565%.

 

Voraussetzung für die volle Steuerbefreiung ist, dass das begünstigungsfähige Vermögen nicht zu mehr als 20% aus Verwaltungsvermögen besteht.

 

Nach dem vereinfachten Ertragswertverfahren ergibt der Jahresertrag multipliziert mit dem Kapitalisierungsfaktor 13,75 den Wert des Betriebes.

Steuersätze in der Steuerklasse (§19 ErbStG)      
Die Erbschaftssteuer beträgt bei einem Wert des steuerpflichtigen Erwerbs bis einschließlich  I II III
75.000 € 7% 15% 30%
300.000 € 11% 20% 30%
600.000 € 15% 25% 30%
6 Mio. € 19% 30% 30%
13 Mio. € 23% 35% 50%
26 Mio. € 27% 40% 50%
über 26 Mio. € 30% 43% 50%

Erhöhung der Grundsicherung

Zusätzlich zum Regelbedarf werden dem Leistungsberechtigten die tatsächlichen Aufwendungen für Unterkunft und Heizung ersetzt, soweit diese angemessen sind.

 

Werdenden Müttern, Alleinerziehenden mit Kindern, erwerbsfähigen behinderten Leistungsberechtigten sowie Leistungsberechtigten, die aus medizinischen Gründen einer aufwendigen Ernährung bedürfen, wird ein Mehrbedarf anerkannt.

 

Bezieher von Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld, die bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen kranken- und pflegeversichert sind, erhalten für die Dauer de Leistungsbezugs einen Zuschuss zum Beitrag.

 

Um die Voraussetzungen eines Anspruchs auf eine angemessene Alterssicherung zu erfüllen, können Beiträge des Leistungsberechtigten zur gesetzlichen Rentenversicherung, zur landwirtschaftlichen Alterskasse, zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen und Beiträge für eine eigene kapitalgedeckte Altersvorsorge in Form einer lebenslangen Rente (Basis-Rente) sowie Mindestbeiträge für eine Riester-Rente übernommen werden.

 

Hilfe zum Lebensunterhalt kommt den Personen zugute, die ihren notwendigen Lebensunterhalt nicht ausreichend aus ihrem Einkommen und Vermögen bestreiten können.

 

Vom anzurechnenden Einkommen des Leistungsberechtigten sind nicht nur die Sozialversicherungsbeiträge abzusetzen, sondern 3% des Einkommens, mindestens 5 € für die zu einem geförderten Altersvorsorgevertrag (Riester-Rente) entrichteten Beiträge.

 

Der Wert mindert sich um 1,5% je zulagenberechtigtes Kind im Haushalt des Leistungsberechtigten. Vom zu berücksichtigen Vermögen des Leistungsberechtigten ist ein Grundfreibetrag und ein Altersvorsorgevermögen abzuziehen.

 

Einkommen aus einer Riester-Rente oder Betriebsrente wird nicht voll angerechnet.

 

Ein Sockelbetrag von 100 € monatlich bleibt anrechnungsfrei.

 

Übersteigt die Altersvorsorge-Rente 100 €, werden weitere 30% bis zum Höchstbetrag von derzeit 208 € nicht angerechnet.

 

Bestimmte Vermögensgegenstände wie ein angemessenes Kraftfahrzeug, ein selbst genutztes Hausgrundstück von angemessener Größe oder eine entsprechende Eigentumswohnung werden beim Vermögen nicht berücksichtigt. 

Steuerprivilegien und Anlegerschutz für Unternehmen

Fonds eignen sich sehr gut, um Betriebsvermögen aufzubauen und anzulegen.

 

Im Falle einer Insolvenz sind diese besonders geschützt.

 

Die Anlagen eines Investmentfonds sind getrennt vom Vermögen der Gesellschaft, die ihn verwaltet.

 

Bei einer Insolvenz der Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) oder Verwahrstelle (früher Depotbank) wird das Fondsvermögen nicht Teil der Insolvenzmasse.

 

Es gilt als sogenanntes Sondervermögen.

 

Als Investor würden Sie im Falle einer Insolvenz also keinen Verlust erleiden.

 

Für Sicherheit sorgen auch strenge Gesetze und präzise Anlagerichtlinien, denn diese schreiben genau vor, wie ein Fonds investieren darf.

 

So muss ein Fonds grundsätzlich Wertpapiere von mindestens fünf Emittenten halten und darf nur in die vereinbarten Anlageklassen investieren.

 

Die Verwahrstelle prüft täglich, ob alle Vorgaben eingehalten werden und gewährleistet die sichere Verwahrung aller Wertpapiere. 

Investmentsteuerreform

Durch die Investmentsteuerreform 2018 wir die Besteuerung von Investmentfonds einfacher und nachvollziehbarer.

 

Vereinfacht gesprochen wird bei Publikumsfonds auf Fondsebene eine Steuerpflicht in Höhe von 15% auf inländische Dividenden eingeführt.

 

Diese Besteuerung deutscher Dividendenerträge wird aber in Form von Teilfreistellungen kompensiert.

 

Insbesondere bei Multi-Asset-Fonds können sich für betriebliche Anleger interessante steuerliche Behandlungen ergeben.

 

Die Teilfreistellungen betragen hier bis zu 60% bzw. 80% für betriebliche Anleger bzw. Kapitalgesellschaften.

 

Im Vergleich zur Direktanlage werden die steuerlichen Vorteile von Investmentfonds insgesamt zunehmen. 

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