KV-Beiträge im Alter

Krankenversicherung der Rentner

Die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) ist eine Pflichtversicherung.

 

Versichert ist, wer die Voraussetzungen für den Bezug einer Rente erfüllt, diese beantragt und eine bestimmte Vorversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung zurückgelegt hat.

 

Bis 1982 waren Rentner in der Krankenversicherung beitragsfrei versichert.

 

Seitdem müssen sie sich mit immer höheren Beiträgen beteiligen.

 

Heute wird Rentnern von ihrer Rente nicht nur der hälftige Anteil des Beitrags zur Krankenversicherung mit dem Zusatzbeitrag abgezogen, sondern auch der Pflegeversicherungsbeitrag, der allein vom Rentner zu tragen ist.

 

Der hälftige Anteil zur Krankenversicherung beträgt 7,3%, hinzu kommt der individuelle Zusatzbeitrag der Krankenkasse mit durchschnittlich 1%.

 

Für die Pflegeversicherung muss der Rentner 2,55% aufbringen, kinderlose Rentner 0,25% mehr.

 

Insgesamt liegt der Rentenzahlbetrag durch die Kranken- und Pflegeversicherung bei ca. 11%.

 

Soweit Rentner freiwillig oder privat krankenversichert sind, erhalten sie zu ihrer Rente einen Zuschuss zur Krankenversicherung in Höhe des halben Beitrags (7,3%).

 

Für privat krankenversicherte Rentner wird der monatliche Zuschuss auf die Hälfte der Aufwendungen zu ihrer privaten Krankenversicherung begrenzt.

 

Erhalten Sie eine Rente und sind krankenversicherungspflichtig, müssen Sie aus Ihrer Rente Beiträge zur KVdR zahlen.

 

Ihr Rentenversicherungsträger beteiligt sich an den Beiträgen.

 

Er behält die von Ihnen zu zahlenden Beiträge von Ihrer Rente ein und überweist sie zusammen mit seinem Beitragsanteil für Ihre Krankenversicherung an den Gesundheitsfonds.


Wenn Sie Rente erhalten und krankenversicherungspflichtig sind, müssen Sie in der Regel auch Beiträge zur sozialen Pflegeversicherung zahlen.

 

Diese Beiträge tragen Sie in voller Höhe allein.

 

Ihr Rentenversicherungsträger behält sie von Ihrer Rente ein und überweist Sie an die Pflegeversicherung.

 

Beziehen Sie eine Rente und sind freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenkasse oder privat krankenversichert, müssen Sie Ihre Beiträge selbst an die Kranken- und Pflegeversicherung überweisen.

 

Bei Ihrem Rentenversicherungsträger können Sie einen Zuschuss zu Ihren Krankenversicherungsbeiträgen beantragen.

 

Beziehen Sie neben Ihrer Altersrente eine Hinterbliebenenrente, sind beide Renten beitragspflichtig.

 

Dies gilt auch für ausländische Renten.

Vergleich Gesetzliche Krankenversicherung mit Privater Krankenversicherung

Eine preiswerte Krankenversicherung ist besonders im Rentenalter sehr wichtig.

 

Denn mit dem Beginn der Altersrente vermindert sich meist ja auch das Einkommen.

 

Hinzu kommt noch, das mit dem zunehmenden Alter viel häufiger Krankheiten auftreten.

 

Oft besteht noch der Irrglaube, dass die gesetzliche Krankenkasse im Alter die beste und die viel günstigere Lösung ist.

 

Das ist falsch und ein Trugschluss, denn diese Zeiten sind schon lange vorbei.

 

Grund dafür ist eine Gesetzesänderung, da bereits seit 1983 Rentner in der gesetzlichen Krankenversicherung ebenfalls Beiträge zahlen müssen und seit dem Jahr 1997 gilt sogar teilweise auch der allgemeine Beitragssatz dafür.

 

Mit der Rente entfällt auch die Familienversicherung, was Ihnen in aller Regel niemand von der Krankenkasse sagt, sondern es geht da immer nur darum die Vorzüge der gesetzlichen Krankenversicherung zu nennen.

 

Der Ehepartner und die Kinder müssen dann also einen eigenen Beitrag für die gesetzliche Krankenkasse bezahlen und zwar auch dann, wenn sie keine oder nur geringfügige Einkünfte haben.  

Die Situation für pflichtversicherte Rentner in der KVdR


Als Pflichtmitglied in der KVdR (Krankenversicherung der Rentner) zählen Sie, wenn Sie innerhalb der zweiten Hälfte Ihres Berufslebens zu mindestens 90% in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert waren.

 

Das ist unabhängig, ob Sie dort pflicht- oder freiwillig versichert waren oder kostenlos über die Familienversicherung für Ehepartner versichert waren.

 

Für Pflichtmitglieder in der KVdR gilt immer folgendes:

  • Für den Krankenkassenbeitrag, der Ihnen für die Einnahmen aus der gesetzlichen Rente berechnet wird, übernimmt Ihre gesetzliche Rentenversicherung generell die Hälfte (nicht jedoch den gesetzlich festgelegten prozentualen Eigenanteil zur Krankenversicherung)
  • Die Pflegeversicherung ist weiterhin in voller Höhe zu zahlen
  • Auf rentenähnliche Einnahmen wie z.B. Betriebsrenten, Versorgungsbezüge, Pensionen sowie auf Hinzuverdienste wird Ihnen der volle Beitragssatz berechnet
  • Auf alle anderen Einkünfte (z.B. Zins- oder Mieteinnahmen) müssen Sie keine zusätzlichen Beiträge entrichten

Die Situation für freiwillig versicherte Rentner in der GKV (Gesetzliche Krankenversicherung)

Als ein freiwillig versicherter Rentner gelten Sie dann, wenn Sie in der zweiten Hälfte ihres Berufslebens zu weniger als 90% in einer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert waren.

 

Das ist z.B. häufig bei denen der Fall, die lange Zeit privat krankenversichert waren und dann aus unterschiedlichen Gründen wieder in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln.

 

Das Gesetz bestimmt, dass sich die Beitragsbemessung bei allen freiwillig versicherten Mitgliedern und dazu gehören auch die Rentner, nach der gesamten Leistungsfähigkeit eines Mitglieds zu richten haben.

  • In diesem Fall wird Ihnen von der gesetzlichen Krankenkasse auf sämtliche private Einnahmen der volle Beitragssatz berechnet, also auch für Einkünfte aus Sparverträgen, Lebens- oder Rentenversicherungen, Miet- und Zinseinnahmen, Dividenden aus Wertpapieren, aus Fonds oder Beteiligungen, etc.
  • Besonders für Selbstständige besteht genau hier die Krux. Denn sie haben fast immer nur geringe Rentenansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung, weil sie zu Recht in diese Konkursmasse der Deutschen Rentenversicherung nicht mehr einzahlen. Selbstständige sorgen vielmehr privat vor und müssen somit auf nahezu alle späteren Einkünfte den vollen Beitragssatz der Krankenkasse zahlen
  • Wie für pflichtversicherte Rentner gilt auch hier, dass der Krankenkassenbeitrag, der auf die Einkünfte der gesetzlichen Altersrente anfällt, zur Hälfte von der staatlichen Rentenversicherung erstattet wird (mit Ausnahme des prozentualen Eigenanteils zur Krankenversicherung). Auch hier ist der Beitrag zur Pflegeversicherung weiterhin komplett zu bezahlen

Es verwundert also nicht, dass viele freiwillig versicherte Rentner monatlich 500 € und mehr an Krankenkassenbeiträgen abführen müssen.

 

Zusätzlich kommt noch die Pflegeversicherung und der prozentuale Eigenanteil hinzu.

 

Diese Belastung erhöht sich im Durchschnitt sogar um weitere 5,5% pro Jahr.  

Die Situation in der privaten Krankenversicherung

Vor vielen Jahren waren manche private Krankenversicherer in die Kritik geraten, weil die Beiträge für Rentner teilweise sehr hoch waren.

 

Seitdem ist sehr viel Zeit vergangen und das Problem wurde erkannt und es wurden deutliche Verbesserungen eingeführt.

  • Altersrückstellungen: um überproportional hohe Beiträge im Alter zu vermeiden, bilden private Krankenversicherungen seit vielen Jahren Altersrückstellungen. Damit reduziert sich der Beitrag im späteren Rentenalter mit jedem Jahr der Mitgliedschaft
  • Gesetzliche Altersrückstellung: mit der Gesundheitsreform aus dem Jahr 2000 wurde ein gesetzlicher Beitragszuschlag für die garantierte Altersentlastung im Alter eingeführt. Seitdem schreibt der Gesetzgeber vor, einen 10%igen Zuschlag auf den Beitrag zur privaten Krankenversicherung von Beginn an zu erheben. Dieser muss bestmöglich verzinst sein und darf von der Versicherung nur dazu verwendet werden um die Beiträge im Alter zu reduzieren. Auf die private Pflegeversicherung oder auf eventuell eingeschlossene Tagegelder oder auf Zusatzbausteine wird jedoch kein Zuschlag erhoben
  • Der gesetzliche Beitragszuschlag für die garantierte Altersentlastung im Alter entfällt bereits ab dem 60. Lebensjahr
  • Gewählte Zusatzbausteine wie z.B. eine private Krankentagegeldversicherung entfallen zum Rentenbeginn
  • Basis-Tarife für Rentner: ab dem 55. Lebensjahr hat jeder Rentner das Recht, in den Basis-Tarif seiner privaten Krankenversicherung zu wechseln. Der Basis-Tarif beinhaltet zwar nur die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse, kostet dafür aber auch maximal so viel. Die bis dahin gebildeten Altersrückstellungen, welche jedes PKV-Unternehmen ansammelt, sorgen zusätzlich für eine Kostensenkung, so dass die monatliche Prämie sogar weit unter dem Maximalbetrag der gesetzlichen Kasse liegen kann
  • Wer als Rentner einen Anspruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung hat, bekommt auch einen Zuschuss zu den Beiträgen seiner privaten Krankenversicherung. Dieser beträgt 50% des Beitragssatzes aus der Krankenversicherung der Rentner (KVdR), maximal aber die Hälfte des Beitrags zur Privaten Krankenversicherung. Neben den Zuschüssen für Alters-, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsrenten werden auch Unterstützungen zu Witwen- und Waisenrenten gezahlt

Wer von einem Wechsel in den Basis- oder Standard-Tarif profitiert

Als Rentner kann man steigende Kosten für die private Krankenversicherung abfedern.

 

Wenn alle Sparmöglichkeiten ausgereizt sind, gibt es eine weitere Möglichkeit, um den Beitragssatz ein weiteres Mal anzupassen.

 

Man wechselt einfach in den Basistarif der eigenen Gesellschaft.

 

Dieser Tarif ist bei allen Anbietern gleich.

 

Als Versicherter erhält man dort im Wesentlichen dieselben Leistungen wie ein Kassenpatient.

 

Also wie ein Versicherter der Gesetzlichen Krankenversicherung.

 

Dieser Tarif ist auch auf den Beitrag der gesetzlichen Krankenversicherung angepasst und darf maximal so viel kosten wie der Höchstbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung.

 

Langjährige Versicherte innerhalb der privaten Krankenversicherung haben darüber hinaus weitere gute Chancen sogar noch unter diesem Höchstbeitrag zu liegen.

 

Denn auch im Basistarif kommen die bereits angesparten Altersrückstellungen zugute und diese mildern somit auch den Beitragsaufwand.

 

Als letzten Ausweg können Versicherte, die nachweislich mit den Kosten überfordert sind, bei ihrer Versicherung zudem einen Antrag auf Halbierung der Beiträge stellen.

 

Wer selbst den ermäßigten Beitragssatz nicht aufbringen kann und keine Angehörigen hat, die ihn dabei unterstützen könnten, kann außerdem beim Sozialamt oder dem Grundsicherungsträger einen Zuschuss beantragen.

 

Der Eigenaufwand liegt also dann nur noch bei etwa einem Viertel des regulären Beitrags. 

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